Projektarbeit

Über die letzten Wochen sind immer mehr Projekte von den Kindern realisiert worden. Als erstes entstanden Spiele in Scratch (http://scratch.mit.edu/), welche dann auch auf der Scratch-Plattform hochgeladen und der Scratch-Community zur Verfügung gestellt wurden. Die Tutoren unterstützten die Kinder indem sie Bilder in Photoshop aufbereitet haben.
Hier kann man alle Projekte abrufen: http://scratch.mit.edu/users/Jalazone-Camp
Als nächstes entstanden Geschichten in Scratch, dazu wurden Bilder auf Papier gemalt und anschließend in Scratch angefügt. Dort wurden sie coloriert und dann in eine Geschichte eingefügt. Viele dieser Geschichten sind auch auf der Scratch-Seite des Computerclubs verfügbar.
Als großes Clubprojekt entstand eine Power-Point-Präsentation über die Geschichte des Flüchtlingslager. Viele der Kinder haben dafür private Bilder mitgebracht, welche dann eingescannt und in der Präsentation verwendet wurden. Es ist eine politische Präsentation, welche den Konflikt zwischen Israel und Palästina reflektiert.  In Zukunft soll daraus auch ein Video entstehen, welches auf Youtube hochgeladen werden soll.

Cluballtag

Der Club findet jetzt seit mehreren Wochen regelmäßig statt und für die Kinder ist es ein fester Termin in der Woche geworden. Durch die rege Teilnahme gibt es immer mehr Kinder, die auch ein Teil des Computerclubs werden wollen. Deswegen wurde aus den bisherigen zwei Clubterminen drei Clubs gemacht, damit wir noch mehr Teilnehmer haben können. Wir haben pro Club ca. 15 Kinder, die jede Woche an ihren Projekten arbeiten. Außerdem sind regelmäßig 4-5 Tutoren in den Clubs, die die Kinder unterstützen und bei Problemen gerne helfen.
Der Club ist nicht nur ein Treffpunkt zum Arbeiten an Projekten, sondern es gibt auch einen regen Austausch zwischen den Kindern. Es gibt auch kleine Feiern, was die Stimmung weiter lockert und eine Gemeinschaft bildet.

Der erste Club

Am Samstag, den 05.05.2012, sollte unser erster Club starten. Der Betreiber des Jugendzentrums, in welchem sich der Computerclub befindet, und die Tutoren haben Werbung für den Start um 15Uhr gemacht.
Der Koordinator für das Projekt, George, und ich waren kurz vor Eröffnung des Clubs da und haben alles vorbereitet, wir hatten bereits die ersten Kinder, die schon anfingen mit Scratch zu spielen.
Um 15Uhr haben wir dann unsere ersten Mitglieder erwartet, aber es kam niemand. Wir mussten weitere 15 Minuten warten, bis dann unsere Tutoren mit den Kindern, die unten warteten, weil sie zu schüchtern waren, kamen. Gegen unsere Erwartungen hatten wir Jungen und Mädchen, aber auch zwei Mütter. Der Club konnte beginnen.
Wir haben sie erstmal etwas spielen lassen, bevor wir uns an dem großen Tisch versammelten, damit wir uns kennenlernen konnten. Eine Tutorin hatte die Idee, daraus ein Spiel zu machen. Damit sich die Kinder die Namen der andere merkten, musste sie am Ende die Namen ihres rechten und linken Sitznachbars wiederholen.
Als Nächstes haben wir ihnen Scratch näher gebracht, wieder hat dies eine Tutorin übernommen. Die Kinder waren fasziniert um den PC versammelt und schauten gebannt zu, was sie macht.
Danach durften sie selber rumprobieren und ihre ersten kleinen Projekte erstellen. Wir haben ihnen speziell keine Aufgabe gegeben, damit sie sich erstmal mit Scratch auseinandersetzen. Dabei haben die Tutorinnen sie kräftig unterstützt und kleine Erfolge bei der Realisation verbucht. Am Ende sind wir noch mal am großen Tisch zusammengekommen, um die Kinder zu fragen, wie es ihnen gefallen hat. Wir hatten jetzt 5 Tutorinnen, 17 Kinder und 2 Mütter. Das Alter der Kinder lag zwischen 7-11 Jahren, aber wir hatten auch zwei Ausreißer, welche 14 und 15 Jahre waren.
Alle waren begeistert und wollten wieder kommen. Deswegen haben wir mit ihnen den Samstag als ihren fest Clubtermin vereinbart. Die Mütter waren auch positiv überrascht und wollen noch ein bisschen Werbung machen, damit auch andere Mütter den Club besuchen. Es war ein erfolgreicher erster Start.

Als nächster Termin ist aber erstmal der Donnerstag geplant, an dem der zweite Club starten soll. Es werden andere Kinder dabei sein und wir dürfen gespannt sein, wen wir alles begrüßen dürfen.

Auf den Bilder kann man die Kinder, die Tutorinnen, sowie eine Mutter sehen, wie sie ihrer Tochter bei Scratch hilft.

Tutorenworkshop

Einen Tag nach der Eröffnung haben wir einen Workshop mit den Tutoren durchgeführt, in dem sie das Konzept, die Idee dahinter und auch die Tools kennenlernen, mit den wir normalerweise arbeiten.
Wir fingen mit einer Einführungsrunde an, in der sich die 9 Tutoren nacheinander vorstellten. Wir haben viele verschiedene Studiengänge (Media, Accounting, ComputerScience, Computer System Engineering, Law), aber alle kommen aus dem Flüchtlingslager Jalazone. Anschließend hat Prof. Dr. Volker Wulf den Anwesenden das Projekt vorgestellt und auch die Ziele, die damit verfolgt werden. Danach haben wir direkt mit einem kleinen Brainstorming angefangen, in dem wir Ideen für die ersten Projekte mit den Kindern sammelten.
Damit die Tutoren auch die Tools bedienen können, sind wir mit ihnen in den Computerraum gegangen. Eine der Tutorinnen hat bereits Erfahrungen mit Scratch gehabt und wollte deswegen den anderen Mädchen eine Einführung in Scratch geben. Das war insoweit einfacher für mich, weil sie es auf arabisch machen konnte.
Nach der ersten Einführung, wollte ich mit ihnen den Ablauf einer Computerclubsession durchspielen. Dazu haben wir uns zusammengesetzt und über mögliche Projekte gesprochen, ich habe dann ein einfaches Scratch-Projekt vorgeschlagen. Die Tutorinnen haben sich dann in Dreier-Gruppen aufgeteilt und angefangen mit Scratch zu arbeiten.
Es entstanden eine Animation, viele Bilder und ein kleiner Film. In der anschließenden Besprechung der Projekte, waren die Tutorinnen in bester Laune, weil ihre größte Angst die IT war. Aber nach der Einführung und dem ersten kleinen Projekt, war die erste Hürde genommen.

Anschließend haben wir alle zusammen überlegt, wie der Club starten kann. Da es scheinbar bei einem gemischten (Mädchen+Jungs) Club zu Problemen kommen könnte, entschieden wir uns einen Club für Mädchen und einen Club für Jungs zu haben. An jeweils verschiedenen Tagen. Die Eltern sind in beiden Clubs erwünscht. Die Tutorinnen haben sich in Dreier-Gruppen eingeteilt, damit für jede Clubsitzung eine Gruppe verfügbar ist. Anschließend haben wir Handzettel gedruckt und diese den Tutorinnen mitgegeben, damit sie in Jalazone verteilt werden.